Die 46-jährige Sriskantharasa Vijayakumari hilft ihrem Sohn Tishanthan jeden Tag eine halbe Stunde bei den Physiotherapie-Übungen zu zweit: «Tishanthan ist mit schwachen Armen, Beinen und Händen geboren worden. Er kann nicht allein gehen. Die Ärzte sagten, es gebe Hoffnung. Wenn wir seine Beine trainieren und Muskelkraft entwickeln, werde Tishanthan eines Tages allein gehen können. Daran glauben wir!»
Seit Tishanthan drei Jahre alt ist, geht er am Rollator. «Wenn wir ihn zur Schule bringen, nehmen wir den Rollstuhl, weil das schneller geht. Aber wissen Sie, Tishanthan ist sportlich, er nimmt in der Schule sogar an Wettkämpfen teil, bei denen er sitzen kann. Er ist sehr gut darin, den Ball vom Rollstuhl aus zu werfen», sagt Sriskantharasa.
Zu der halben Stunde, die er täglich mithilfe seiner Mutter Physiotherapieübungen macht, trainiert Tishanthan immer auch allein, zum Beispiel das Gehen an den Stangen. An seiner Seite sei immer sein Hund, erzählt Tishanthan: «Er beschützt mich rund um die Uhr und erlaubt niemandem, mich anzufassen, der sich nicht vorher mit ihm angefreundet hat. So musste sich auch FAIRMED-Mitarbeiter Saseekanth zuerst mit meinem Hund anfreunden, bevor er beginnen konnte, mit mir zu arbeiten», sagt Tishanthan lachend.
«Am Rollator kann ich schon ziemlich schnell gehen», sagt Tishanthan. «Mein nächstes Ziel ist es, selber an Krücken gehen zu lernen. Denn eines Tages möchte ich auf meinen eigenen Beinen gehen, laufen und Fussball spielen können!»
«Meine Finger sind viel flexibler geworden, seit ich die Physiotherapieübungen von FAIRMED-Mitarbeiter Saseekanth mache», erzählt Tishanthan. «Vorher waren meine Hände und Finger ganz steif, jetzt kann ich den Schreibstift viel besser halten. Ich bin im Sport mit anderen Kindern mit Behinderungen zusammen, in den anderen Fächern bin ich in einer normalen 7. Klasse. Ich bin jetzt in allen Fächern ausser Sport Klassenbester. Mein Lieblingsfach ist Englisch, ich würde gerne Englischlehrer werden.»
«Mit der Rampe und dem Wassertank, die FAIRMED für uns eingebaut haben, kann Tishanthan sich zu Hause selbstständig bewegen und waschen, das erleichtert uns das Leben», sagt Mutter Sriskantharasa. «Und ich bin froh, dass ich mit dir über meine Sorgen sprechen kann, Saseekanth.» «Ja», antwortet dieser, «du machst auch Fortschritte als Mutter! Du lässt deinen Sohn jetzt mehr wagen, oder? Darf er jetzt auch mit den Nachbarskindern spielen gehen?» «Ja», sagt Sriskantharasa, «ich lasse ihn. Zwar habe ich immer noch etwas Angst, es könnte ihm etwas passieren. Aber ich weiss, dass es wichtig für seine Entwicklung ist, sich frei zu bewegen.»
